Projekt-Verlauf

Unternehmergeist fördern

Ausgangslage

Mit der Initiative "Gründerland Deutschland" begegnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) den Herausforderungen, die eine nach wie vor niedrige Unternehmens-gründungsquote mit sich bringt. "43% der Deutschen würden aus Angst vor dem Scheitern den Schritt in die Selbständigkeit unterlassen" - dies ergibt die jährliche Befragung von Gründungsexperten 2009. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Insbesondere die Gründungs-kultur ist nicht optimal ausgeprägt. Im Gegensatz zum Angestelltenverhältnis ist unter-nehmerische Selbständigkeit in Deutschland noch kein eigenständiger Wert und gehört nach wie vor nicht zum ‚Normalarbeitsverhältnis'.

Jugendliche zeigen sich mehrheitlich offen für das Thema. So haben 87% eine eher gute bis sehr gute Meinung von Unternehmern und bei 76% spielt die unternehmerische Selbst-ständigkeit eine Rolle in der Zukunftsplanung. Als Motive geben 97% an, ihre eigenen Ideen verwirklichen zu wollen, 93% möchten ihr eigener Chef sein und 87% das eigene Können zeigen.

Weiterer Handlungsbedarf besteht gesellschaftlich in der Förderung innovativer und zukunftsträchtiger Technologien, insbesondere auch der Nutzung und Weiterentwicklung alternativer Energien, die eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaftskraft gewährleisten. Einher gehen Initiativen mit Fokus auf die verstärkten Kooperationen von Wissenschaft bzw. Forschung und Wirtschaft sowie den sogenannten MINT-Bereich.

Schülerlabore haben sich als wirksames Instrument etabliert, um Jugendlichen naturwissenschaftliche Felder erlebbar zu machen und sie schon früh für Forschung und Entwicklung zu begeistern. Wenn Schülerlabore neben Unterrichtsunterstützung auch nutzbare Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit Unternehmen bei den dortigen fachlichen Problemstellungen bieten, können daraus spannende Innovationen erwachsen.

Ziele

Hauptziele des Projekts Lab2Venture Plus sind:
(i) BetreuerInnen der Schülerlabore sollen, ergänzend zu ihrer bisherigen Ausrichtung, in die Lage versetzt werden, interessierte SchülerInnen nicht nur in naturwissenschaftlicher Projektarbeit zu begleiten, sondern darüber hinaus die wirtschaftlichen Aspekte eines Projektthemas und des sich daraus evtl. ergebenden Produktes aufzuzeigen, so dass die Jugendlichen eine Unter-nehmensgründung - wann immer sich die Chance dazu bietet - als realisierbar erkennen.

(ii) Lehrkräfte der Schulen sollen durch Teilnahme an den Weiterbildungen in die Lage versetzt werden, die wirtschaftlichen Aspekte solcher Projektarbeit in die Schule mit-zunehmen, um dort den Gedanken des Unternehmertums weiter zu integrieren. Durch die Verzahnung von Schülerlaboren mit den Schulen bei den Schülerprojektarbeiten soll dauerhaft eine Etablierung der Kompetenzvermittlung im Sinne von "Entrepreneurship Education" erfolgen.

Für die zukünftige Arbeit nach dem hier skizzierten Projektvorhaben Lab2Venture Plus wird ein entsprechender Wegweiser für unternehmerisches Denken und Handeln für Schülerlabore und Schulen als Hilfsmittel zur Verstärkung der Arbeiten mit SchülerInnen an Projekten mit der Wirtschaft zum Erlernen des unternehmerischen Denken und Handelns entwickelt und anschließend veröffentlicht.

Die beteiligten Schülerlabore
  • stärken ihr Know-how zum unternehmerischen Denken und Handeln sowie dessen Vermittlung an Jugendliche durch die Begleitung des Vorhabens in den Laboren und die Qualifizierung des Personals.
  • lernen die berufsrelevante Form des Projektmanagements kennen und wenden diese durch deren Übertragung auf die Situation eines Schülerlabors an.
  • erproben einen Modus für die Durchführung von Industrie- und/oder Forschungsprojekten.
  • sammeln Management-Erfahrungen.
  • erweitern ihren fachlichen Horizont durch den Austausch mit Fachkräften des Industrie- und/oder Forschungspartners.
  • lernen neue Finanzierungsmöglichkeiten durch langfristige Kooperationen mit den beteiligten Unternehmen kennen.

Die beteiligten Lehrkräfte und Schulen
  • werden in die Lage versetzt, wirtschaftliche Aspekte von Projektarbeiten auf Schulprojekte anzuwenden und den Gedanken des Unternehmertums weiter zu etablieren.
  • passen gemeinsam mit den kooperierenden Schülerlaboren die Projektarbeit mit Ernstcharakter in Richtung unternehmerischen Denkens und Handelns an den schulischen Ablauf an mit dem Ziel einer schulischen Anrechnung für die teilnehmenden SchülerInnen.
  • etablieren die Kompetenzvermittlung im Sinne von "Entrepreneurship Education" für Projekte dauerhaft durch die Kooperation mit dem Schülerlabor.

Die beteiligten Jugendlichen
  • erleben unter Begleitung von Mitarbeitern der Schülerlabore und ihrer Lehrkräfte unternehmerisches Denken und Handeln durch ihre eigene praktische Umsetzung von echten Projektaufträgen; in ihnen wird Unternehmergeist geweckt.
  • erarbeiten sich unternehmerische Kompetenzen (Problemlösungsverhalten, Selbstvertrauen, Mut, Kreativität, Kommunikations- und Kritikfähigkeit, etc.) und ergänzen das fachspezifische Wissen aus der Projektarbeit um spezifisches Wirtschaftswissen.
  • erhalten die Möglichkeit, unternehmerische Selbstständigkeit als berufliche Option kennen zu lernen und werden durch Erfolgserlebnisse motiviert, sich langfristig damit auseinanderzusetzen.

Erste Zielgruppe sind die MitarbeiterInnen in den Schülerlaboren, die für die Betreuung und Begleitung der Jugendlichen zuständig sind bzw. entsprechende Angebote konzipieren. Vor Beginn der Schülerprojekte an den Schülerlaboren erhalten sie in speziell konzipierten Fortbildungen gemeinsam mit den LehrerInnen (siehe 2. Zielgruppe) das notwendige unternehmerische und didaktische Wissen und erproben dieses während des Förderzeitraumes zugleich in der praktischen Umsetzung der einzelnen dann laufenden Projektarbeiten mit den SchülerInnen.

Als zweite Zielgruppe erreichen wir die Lehrkräfte aus den mit den Schülerlaboren kooperierenden Schulen, die ebenfalls gemeinsam mit den BetreuerInnen aus den Schülerlaboren in den vorgeschalteten Fortbildungen und projektbegleitenden Workshop-Modulen unternehmerisches Wissen erhalten, aber auch Möglichkeiten zur Integration und Bewertung von teilweise selbstständiger Schülerprojektarbeit in ihrem Unterricht kennenlernen und dies dann mittel- und langfristig im Schulunterrichts auch nach der Förderung anwenden können.

Eine dritte Zielgruppe sind die 14-17-jährigen Jugendlichen, die in diesen Laboren experimentieren, forschen und Ideen entwickeln. Sie werden projektmäßig an einem echten Auftrag von externen Partnern aus der Wirtschaft, Kommunen oder aus Forschungsinstitutionen arbeiten. Die Jugendlichen werden von den im Vorfeld sowie projektbegleitend von TheoPrax und DKJS qualifizierten Betreuern aus Schülerlabor UND aus ihren Schulen betreut.

 
© 2017 by LernortLabor


Top